Bestechungsversuch nach dem 11. September

Ich hatte, wie in früheren Posts erklärt, die Warnung zweier Muslime vor dem 11. September einem damals hohen Funktionär in einem deutschen Bundesministerium übermittelt. Nach dem 11. September und nach einer Sitzung des SPD-Vorstands im Kreis Bad Kreuznach sollte ich den Funktionär mit meinem Auto fahren, angeblich nach Hause. Das Gespräch kam seltsamerweise auf religiöse Themen. Vor allem aber kam es zu unethischen Angeboten und versteckten Drohungen.

Zunächst versuchte es der Funktionär mit Demütigung. Sei ich bei der Sitzung im Waschraum gewesen oder nicht? Ich antwortete nicht. Es ging ihm offenbar eigentlich darum, ob ich einmal eine muslimische Waschung absolviert habe, was nicht der Fall war.

Dann drehte sich die Thematik. Ich sei Journalist und komme praktisch aus dem Nichts. “Eine Hand wäscht die andere.” Ich könne mein Talent doch versilbern. Ich dachte sofort an die biblische Passage von Ischarioth, der ein Verräter gewesen sein soll.

“Du bist doch Journalist. Hättest du etwas dagegen, Haus- und Hofberichterstatter für mich zu werden?” Ich lehnte aus medienethischen Gründen ab. Dann kann die Rede auf Musik – und der Funktionär setzte Druck an. “Kennst du das Lied Marmor, Stein und Eisen bricht?”  Ich sagte, Eisen breche auch, aber nicht so leicht.

Daraufhin wurde der Funktionär konkret: Hast du mal daran gedacht, Beamter zu werden? Ich entgegnete: zwar ja, aber nicht zu zwielichtigen Bedingungen. Und ich ergänzte: nicht im mittleren Dienst. Er lächelte: “Es dauert normalerweise 30 Jahre, Abteilungsleiter zu werden. Und  dann musst du… Eine Hand wäscht die andere!” Und nach einiger Zeit: “Möchtest du jetzt schon mal in den UB-Vorstand [regionale Gliederung der Partei SPD]?” Ich lehnte das Angebot, dort Protokollant zu werden, ab. Der Funktionär erwähnte noch das evangelisch-kirchliche Amt des Scriba unterhalb des Rangs des Superintendenten und weiteren, die Kirche Leitenden, um zu verdeutlichen, dass der Weg lang sei. Ich sagte, ich hätte keine Garantien für eine Karriere und bezog mich wiederum auf meine ethischen Grundsätze.

Der Funktionär betonte, man müsse sein Licht oft unter den Scheffel stellen und kürzer treten. Er sei ein Macher, das habe ihm eine emblematische Figur von Erden schon früh prophezeit. Es gebe auch in der Privatwirtschaft Möglichkeiten, die es zu nutzen gelte. Er kritisierte die katholische Kirche. Der Papst sei eine Kerze, die auch erlische. Auf den Papst kam er später noch einmal.

Dann kam die Frage: “Bist du für das Existenzrecht Israels?” Ich sagte ja, aus historischen Gründen der Verantwortung Deutschlands und aufgrund des Massenmords an den Juden im dritten Reich. Der Funktionär lachte und sagte: “Da musst du aufpassen, das [die Juden] sind nämlich die Pharisäer und Schriftgelehrten”. Das mit dem Licht unter dem Scheffel solle ich mir hinter die Ohren schreiben. Meine Ablehnung würde ich noch bereuen…

Wiederum in Anspielung auf die christliche Religion sagte der Funktionär: Als Macher könne man quasi über Wasser gehen und Wasser zu Wein machen. Es kam wieder die Rede auf das Händewaschen und Pontius Pilatus, der Jesus richten sollte. Man dürfe jemanden nicht einfach verurteilen. Ich verstand, dass es um die durch den Funktionär unterlassene Verhinderung des 11. September ging. Dann drohte der Funktionär wieder: “Wenn du päpstlicher bist als der Papst…!” Was er nicht wörtlich aussprach war, dann werde mein Licht erlöschen.

Insgesamt gerierte sich der Funktionär als Führerpersönlichkeit und missbrauchte die christliche Religion zu Manipulationen. Als er merkte, dass ich seine Offerten nicht annahm, sagte der Funktionär: “Lass mich hier raus, hier steht mein Auto.” Es sei ein Park -and-Ride-Platz. Dies war nicht der Fall. Er müsse nach dieser Fahrt einige Telefonanrufe machen.

Ich musste an die Redewendung denken: “Du hast deine Pflicht getan.” Diese Redewendung kann man auch auslegen als Hinweis auf Überflüssigkeit. Einige Zeit danach bedrohte mich, nach einem elektischen Schock, ein Polizist außerhalb seiner Dienstzeit mit Defibrillation. Zudem erlitt ich einen schweren Autounfall, der aber nicht unbedingt mit den Äußerungen des Funktionärs in Zusammenhang stehen muss. Gott sei Dank überlebte ich beide.

Thorsten Koch, MA, PgDip
03. September 2019

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